Gott im Berg



Nachdenken

Sich inspirieren lassen

Gott begegenen

Herzlich Willkommen!


Gott im Berg, das sind 14 Stationen in der Tradition des Kreuzwegs, die jedes Jahr im Henningerkeller, im Inneren des Erlanger Burgbergs zu sehen und zu begehen sind. Dieses Jahr laden wir Sie ein, diesen Weg online zu erleben.

Nehmen Sie sich etwa 30 min Zeit und Ruhe. Stellen Sie evtl. das Radio ab. Sie finden neben den Texten der Stationen auch Anregungen. Wenn Sie die kleinen Anweisungen mitmachen möchten, dann legen Sie sich vor dem Start folgende Dinge zurecht:

  • Eine kleine Schale mit Wasser
  • Nagel (oder Gabel)
  • Zettel & Stift
  • Taschentuch
  • Salz
  • Würfel
  • Kerze & Steichhölzer
  • Stein.



Worum es geht


Diese Geschichte hat eine Hauptperson: Jesus von Nazareth. Vielleicht wird Ihr Rundgang sogar zu einer persönlichen Begegnung mit ihm. Mit etwas Erwartung und Offenheit ist das nicht ausgeschlossen.

Der gesamte Kreuzweg ist auch eine Einladung zum Gebet. Kein Gebet der vielen Worte vielleicht, aber wenn sich in ihrem Inneren ein Satz formt, dann sagen Sie ihn Gott in aller Stille und vertrauen Sie darauf, dass er sie hört.



Station 1: Jesus wird verurteilt

Jesus wird verurteilt


Als es Morgen wurde, fassten die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes gemeinsam den Beschluss, Jesus hinrichten zu lassen. Sie ließen ihn fesseln und abführen und lieferten ihn dem Statthalter Pilatus aus

(Matthäus 27, 1-2)



Un:Schuld?
Pilatus wird sich später „seine Hände in Unschuld waschen“. Und Jesus zum Tod verurteilen. Er ist nicht der einzige, der sich ungerne die Hände schmutzig macht. Tauche die Fingerspitzen in die Schale mit Wasser. Spüre, wie die Tropfen über deine Hand fließen.
Kann man Schuld abwaschen?



Station 2: Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern

Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern

Sie zogen ihn aus und legten ihm einen purpurroten Mantel um. Dann flochten sie einen Kranz aus Dornen; den setzten sie ihm auf und gaben ihm einen Stock in die rechte Hand.
Sie fielen vor ihm auf die Knie und verhöhnten ihn, indem sie riefen: Heil dir, König der Juden! Und sie spuckten ihn an, nahmen ihm den Stock wieder weg und schlugen ihm damit auf den Kopf.
Nachdem sie so ihren Spott mit ihm getrieben hatten, nahmen sie ihm den Mantel ab und zogen ihm seine eigenen Kleider wieder an. Dann führten sie Jesus hinaus, um ihn zu kreuzigen.


(Matthäus 27,28-31)



Die Dornenkrone
Stacheldraht, der Wunden reißt und Menschen trennt.
Nimm den Nagel (Gabel) und fühle vorsichtig, wie hart und scharf die Spitzen sind



Station 3: Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz

Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz

Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, der Leute Spott, vom Volk verachtet. Alle, die mich sehen, verlachen mich, verziehen die Lippen, schütteln den Kopf

(Psalm 22, 7-8)



  • Was drückt mich nieder?
  • Was macht mich klein?
  • Was zieht mich runter?


Wenn du einen Zettel hast, kannst du es aufschreiben.
Nimm den Zettel, knülle ihn zusammen und wirf ihn weg. Schau auf das Feuer als Symbol der Gegenwart Gottes. Da – bei Gott – darf die Last und die Schwere bleiben.



Station 4: Jesus begegnet seiner Mutter

Jesus begegnet seiner Mutter

Der Weise Simeon hatte zu Maria über 30 Jahre zuvor im Blick auf ihren Sohn Jesus gesagt:
„Er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird ... Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.“

(Lukas 2,34-35)



Maria muss hilflos mit ansehen, wie die Soldaten ihren Sohn behandeln. Der Schmerz eines geliebten Menschen kann so groß sein wie der eigene Schmerz.



Station 5: Simon hilft Jesus das Kreuz tragen

Simon hilft Jesus das Kreuz tragen

Einen Mann, der gerade vom Feld kam, Simon von Kyrene, den Vater des Alexanders und des Rufus, zwangen sie, sein Kreuz zu tragen.
(Markus 15,21)



Simon ging ein Stück mit Jesus und trug sein Kreuz.
Gehe eine Runde in deinem Zimmer umher, langsam und bewusst.



Station 6: Veronica reicht Jesus das Schweißtuch

Veronica reicht Jesus das Schweißtuch

Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen... Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüden getan habt, das habt ihr mir getan.
(Matthäus 25, 35-36.40)



Veronica hat nur ein Schweißtuch, mehr nicht. Aber ihre Geste ist nicht sinnlos. Sie überwindet damit ihre Hilflosigkeit
Wo würdest du gerne helfen und fühlst dich ohnmächtig?

Nimm ein Taschentuch und knote es zusammen. Lass dir eine Idee schenken, was du tun kannst.



Station 7: Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz

Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz

Als ich stürzte, lachten sie…
Sie verhöhnten und verspotteten mich, knirschten gegen mich mit den Zähnen.

(Psalm 35,16)



Tödliche Stürze im Straßenverkehr sind selten selbstverschuldet. Radfahrer sind besonders verletzlich. Raser und unachtsame LKW-Lenker bringen sie in tödliche Gefahr.
Seit 2009 stellen Aktivisten weiß lackierte "Ghost Bikes" auf - als Erinnerung für getötete Radfahrer und als Mahnung zur Rücksicht an uns, die Lebenden



Station 8: Jesus begegnet den weinenden Frauen

Jesus begegnet den weinenden Frauen

Es folgte eine große Menschenmenge, darunter auch Frauen, die um ihn klagten und weinten. Jesus wandte sich zu ihnen um und sagt: Ihr Frauen von Jerusalem, weint nicht über mich; weint über euch und eure Kinder.
(Lukas 22,27-28)

Koste ein paar Körnchen Salz.

Es schmeckt ein bisschen wie Tränen. Wir können Tränen des Selbstmitleids weinen oder Tränen der Trauer über Schmerzen, die wir anderen zufügen mit dem, was wir tun oder auch unterlassen.
Es gibt Trauer, die uns reifer und empfindsamer macht, und Trauer, die uns bitter und hart macht.
Was liegt mir näher?



Station 9: Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz

Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz


Zum Spott bin ich geworden all meinen Feinden, ein Hohn den Nachbarn, ein Schrecken den Freunden; wer mich auf der Straße sieht, der flieht vor mir.

(Psalm 31.12)



Die Jüdin Etty Hillesum (1914-1943) aus Amsterdam wurde von den Nationalsozialisten interniert und später ermordet. Hier hörst du ein paar Zeilen aus ihrem Tagebuch.



Station 10: Jesus wird seiner Kleider beraubt

Jesus wird seiner Kleider beraubt


Man kann alle meine Knochen zählen; sie gaffen und weiden sich an mir.
(Psalm 22,18)

Dann warfen sie das Los und verteilten seine Kleider unter sich
(Lukas 23,24)



Schutzlos ausgeliefert
Kleidung ist für uns ein selbstverständlicher Schutz vor Kälte und Hitze. In der aktuellen Situation brauchen viele zusätzliche „Schutzkleidung“. „Ein sicheres Zuhause“ bekommt eine neue Bedeutung. Manche werden nicht ausreichend geschützt, andere leiden unter Schutzmaßnahmen.

Jetzt kannst du würfeln. Für jede Zahl findest du einen konkreten Impuls.
Bitte Gott im Gebet um Hilfe, Unterstützung und Rettung!


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Station 11: Jesus wird an das Kreuz geschlagen

Jesus wird an das Kreuz geschlagen


Sie kamen zur Schädelhöhe, dort kreuzigten sie ihn und die Verbrecher, den einen rechts von ihm, den anderen links.

Jesus aber betet:
Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.

(Lukas 23,33f)



Ans Kreuz geheftet
Ein Gedicht über Jesus, den Zimmermann aus Nazareth von Kurt Marti (1921-2017)

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Station 12: Jesus stirbt am Kreuz

Jesus stirbt am Kreuz


Jesus schrie laut auf. Dann hauchte er den Geist aus. Da riss der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei.
Als der Hauptmann, der Jesus gegenüberstand, ihn auf diese Weise sterben sah, sagt er:
Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn.

(aus Markus 15)



Ein Riss - nur ein Defekt?
There's a crack in everything. That's how the light gets in, singt Leonard Cohen.
Der Bruch in der Biografie. Das angeknackste Selbstbewusstsein. Die Schramme. Manchmal ermöglicht gerade der Riss, dass Licht hindurchfällt.



Station 13: Jesus wird vom Kreuz abgenommen

Jesus wird vom Kreuz abgenommen


Es kam auch Nikodemus, der früher einmal Jesus bei Nacht aufgesucht hatte. Er brachte eine Mischung aus Myrrhe und Aloe, etwa einhundert Pfund.
Sie nahmen den Leichnam Jesu und umwickelten ihn mit Leinenbinden, zusammen mit den wohlriechenden Salben, wie es beim jüdischen Begräbnis Sitte ist.


(Johannes 19,39-40)



Ein letzter Gruß
Statt duftender Salben oder Blumen:
Zünde zum Abschied eine Kerze an.



Station 14: Der Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt

Der Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt


An dem Ort, wo man ihn gekreuzigt hatte, war ein Garten, und in dem Garten war ein neues Grab, in dem noch niemand bestattet worden war.
Wegen des Rüsttages der Juden und weil das Grab in der Nähe lag, setzten sie Jesus dort bei.


(Johannes 19, 41-42)



Aus
Das Grab wurde mit einem großen Stein verschlossen, versiegelt. Zu. Aus…
Ich nehme einen Stein in die Hand.
Kenne ich solche Situationen, in denen Türen verbarrikadiert sind? Gott kann ich meine Not klagen.



Auferstehung

Wie geht es weiter?





Herzliche Einladung zu unserem online Ostergottesdienst www.elia-erlangen.de

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Jan
Peter
Joshua Newton / Unsplash (Station 3)

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Peter
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